Corippo – Eine ganze Stadt wird zu einem Hotel

Am Ufer des Flusses Verzasca liegt die politische Gemeinde Corripo. Das kleine Dorf im Verzascatal ist ein architektonisches Juwel, das bis vor einiger Zeit dem Untergang nahe war.

In der Blütezeit des kleinen Dorfes lebten hier über 300 Menschen in den romantischen kleinen Steinhäusern, die nur durch die kleinen engen Gassen zu erreichen sind. Durch fehlende Zukunftsperspektiven zogen die jungen Leute aus dem Dorf in größere Städte, so dass 1975 nur noch vierzehn Rentner in dem ganzen Dorf lebten.

Um das Dorf zu retten, ließen sie sich etwas ganz Besonderes einfallen. Sie gründeten 1975 die Stiftung Corippo und verwandelten das ganze Dorf in ein Hotel. Der Stadtkern wurde saniert und für den sanften Tourismus erschlossen.

Das alte Dorfrestaurant ist heutzutage der Empfang und die einzelnen alten Häuser wurden zu Hotelzimmern ausgebaut, in denen die ersten Gäste in diesem Jahr übernachten können. Sie können sich dann in dem alten Dorfrestaurant verwöhnen lassen und durch die romantischen Gassen gehen und in Ihrem eigenen Haus übernachten. Sie können die Kirche Santa Maria del Carmine und die Plazza del mercato besuchen, alles schützenswerte Objekte, die die Schweizer Regierung von nationaler Bedeutung eingestuft hat.

Das Projekt der verstreuten Herberge wurde 2017 mit dem Hotel Innovation Award ausgezeichnet. Das ganze Projekt soll dem alten Dorf zu neuem Aufschwung verhelfen, mit dem der öffentliche Backofen und die Trockenkammer für Kastanien wieder restauriert werden sollen. In dem kleinen Dorf soll ein Nischentourismus entstehen, der die Region positiv nachhaltig beeinflussen soll. Den Besuchern soll die Geschichte des Dorfes näher gebracht werden, das sich die letzten Jahrhunderte von dem Anbau von Roggen und Hanf und der Nutzung der Kastanien ernährt hat.

Um das Dorf für den Tourismus zu erschließen, wurden rund sechs Millionen Fr. investiert. Der größte Teil davon wurde für das Hotel benötigt. Es wurden aber auch 240.000 Fr. in die Mühle gesteckt und 900.000 Franken für die Landschaftspflege ausgegeben.

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