Warum fast nur Ausländer in der Schweizer Gastronomie arbeiten

Nachdem das Hotel Bürgenstock veröffentlichte, dass dieses Jahr die meisten Angestellten aus dem Ausland verpflichten werden, musste die Geschäftsleitung dafür viel Kritik einstecken. Dabei wurde nicht beachtet, dass die Berufe in der Gastronomie bei den Schweizern nicht beliebt sind.

Besonders deutsche Fachleute aus der Gastronomie bevorzugen die Arbeitsangebote aus der Schweiz. In Deutschland verdient ein ausgebildeter Hotelfachmann gerade einmal 1500 Euro, in der Schweiz liegt der Mindestlohn für diese Branche bei 3700 Fr. Auch wenn die Unterhaltskosten in der Schweiz viel höher liegen und die Angestellten aus Deutschland mit dem Gehalt in der Schweiz zu den Geringverdienern gehören, zahlt sich die Arbeit in der Schweizer Gastronomie aus.

Die Jobs in der Gastronomie sind in der Schweiz nicht so beliebt, da sich die Arbeitszeiten nach den Essgewohnheiten der Gäste richtet. Sie müssen frühmorgens anfangen und bekommen eine lange Mittagspause von 14 bis 17 Uhr. Danach wird gearbeitet, bis der letzte Kunde das Restaurant verlassen hat. Dies ist für viele Schweizer nicht tragbar.

Trotzdem lieben viele deutsche Angestellte die organisierten Arbeitsverhältnisse in der Schweiz und die bessere Entlohnung. Für die Schweizer Arbeitgeber sind die Angestellten aus Deutschland besonders effizient. Sie sind meistens gut ausgebildet und sehr engagiert. In Deutschland und in Österreich ist das Angebot an Fachkräften sehr gross.

Für Bürgenstock heisst das, dass ungefähr 600 von den 800 Angestellten aus dem Ausland kommen. Nach Aussagen der Personalleitung des Luxusresorts können sie in der Schweiz nicht genügend Personal finden. Alle Bemühungen, aus den nationalen Fachschulen und bei Veranstaltungen genügend Personal zu rekrutieren, brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Das Unternehmen bezeichnet die Arbeitssituation in der Schweiz als paradox, anscheinend herrscht eine grosse Arbeitslosigkeit, trotzdem können keine Fachkräfte gefunden werden. Besonders in der Gastronomie können viele unqualifizierte Arbeiter einen Job finden, scheinen aber nicht daran interessiert zu sein. Auch wenn das Staatssekretariat für Wirtschaft über 18.000 Personen gemeldet hat, die einen Job im Gastgewerbe suchen, können Unternehmen keine Angestellten finden.

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